Rheinberg, natürlich niederrheinisch

95 Jahre leuchtende Kinderaugen – St. Martin und Nikolaus trugen sich „dreifach“ ins Goldene Buch der Stadt ein

Pressemeldung vom 04.11.2019

Eigentlich ist es ja immer der Nikolaus, der allerlei Wissenswertes über die guten und weniger guten Taten der Menschen in sein eigenes Goldenes Buch schreibt - doch dieses Mal trug sich der heilige Mann in das Goldene Buch der Stadt ein und reihte sich damit in die Liste der zu Ehrenden ein, die sich um Rheinberg und seine Bürgerinnen und Bürger besonders verdient gemacht haben. Und wer, wenn nicht gerade St. Martin und Nikolaus, gehört selbstverständlich zu diesen zu Ehrenden dazu. Doch warum „dreifach"?


Seit 95 Jahren schon sorgen die Männer der Familie Jänicke dafür, dass die Augen von Kindern und Erwachsenen im November und Dezember eines jeden Jahres leuchten. Im Rahmen von Martinsumzügen, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern schlüpfen sie mit viel Herzblut, auch über die Grenzen Rheinbergs hinaus, in die Rollen der heiligen Männer St. Martin und Nikolaus.


Robert Jänicke stellte 1924 zum ersten Mal den hl. Nikolaus dar. Die Pflege katholischer Brauchtümer war der Familie schon immer wichtig. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm sein Sohn Karl 1950 die Darstellung des hl. Nikolaus. Ab 1962 wurde er durch seinen Sohn Wolfgang unterstützt, der den Knecht Ruprecht darstellte. Im Jahre 1967 übernahm Wolfgang Jänicke das Ehrenamt des hl. Nikolaus von seinem Vater und ab 1992 übernahm sein Sohn Frederik die Aufgabe des Knecht Ruprecht.


Wegen der Vielzahl von Auftritten stellt Frederik Jänicke auch seit 1996 den hl. Nikolaus dar. Die Chance, dass in 5 Jahren die Familientradition sogar die Jahrhundertmarke erreicht, stehen mehr als gut, denn mit Phil Hagl, dem jetzt 13-jährigen Enkel von Wolfgang Jänicke, ist die 5. Generation im letzten Jahr ins Team eingestiegen.


Mit Franz Trapp und Phil touren die Darsteller durch Rheinberg und Umgebung zu den verschiedensten Veranstaltungen. Dabei gehen sie sogar 4 Mal aufs Wasser: auf der „River Lady" fahren der Nikolaus und sein Knecht Ruprecht mit über den Rhein.


Und wie kam es zur Darstellung des St. Martin?


Seit 1967 wurde auch der St. Martin von Karl Jänicke bei den Umzügen in Wallach und Borth dargestellt. Im Jahre 1971 gab er das Amt an seinen Sohn Wolfgang weiter. Seit 1985 wird nach dem Fackelumzug die Mantelteilung nachgespielt, wobei der Bettler bis 1991 von Karl Jänicke dargestellt wurde. Von 1992 bis 2005 übernahm Frederik Jänicke diese Aufgabe.


Nach dem Martinsfest im Jahre 2005 - Wolfgang Jänicke hatte da 35 Jahre die großen Umzüge in Borth und Wallach geritten - erfolgte der Wechsel auf Sohn Frederik. Auf ca. 10 Martinsumzügen in Kindergärten sind die Martinsdarsteller dabei. Nur mit der großartigen Unterstützung durch ein Team von ehrenamtlichen Helfern wie Wolfgang Rutsch, Franz Trapp und Johannes Böhmer ist dieses Pensum überhaupt zu schaffen. Dabei stellt Karlheinz Kamps die für die Umzüge benötigte Lautsprecheranlage kostenlos zur Verfügung und Ursula Derks näht bei Bedarf die Kostüme, ebenfalls kostenlos.


Wenn St. Martin und der hl. Nikolaus eine „Aufwandsentschädigung" bekommen, dann werden diese Gelder komplett an Hilfsorganisationen gespendet, wie auch schon in der Presse zu lesen war.


Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel freut sich sehr darüber, dass die Männer der Familie Jänicke die Brauchtümer in Rheinberg bereits über einen so langen Zeitraum lebendig halten. Zur Würdigung ihres außerordentlichen ehrenamtlichen Engagements, ehrte der Bürgermeister die amtierenden Darsteller mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Rheinberg.

v. l. n. r.: Nikolaus alias Frederik Jänicke, Phil Hagl, Bürgermeister Frank Tatzel und St. Martin alias Wolfgang Jänicke freuten sich über den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt