Rheinberg, natürlich niederrheinisch

Frauen – Fahrrad –Kurs

Pressemeldung vom 11.07.2019

Rheinberg „Fahrradfahren lernt man als Kind von den Eltern oder mit Freunden und Geschwistern." Das ist die Theorie und oft auch die schöne Praxis - in Deutschland. Aber was, wenn man es als Kind nicht lernen konnte, z.B. weil es im Herkunftsland als nicht mädchenhaft galt, Rad zu fahren? Viele Dinge, die als Kind quasi nebenbei erlernt werden, sind als Erwachsene nicht mehr so einfach zu bewältigen.


Zwölf Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern, die die Berufsintegrationsmaßnahme der Tuwas-Genossenschaft am Melkweg unter der Leitung von Birgit Kraemer besuchen, lernen vom 12. - 23. August besser oder überhaupt erst Fahrradfahren. Gemeinsam mit Sarah Bernstein, Integrationsfachkraft, und Nicole Weber F. Santos, Klimaschutzmanagerin, beide von der Stadt Rheinberg, wurde ein 14tägiger „Crashkurs Fahrrad" entwickelt. Das nötige know-how kam von einem Radprojekt der türkischen Gemeinde in Hamburg, die das Unterrichtsmaterial „UNABHÄNGIGE MOBILITÄT - aber sicher!" bereitstellt sowie von Volker Vorländer, der seit vielen Jahren in Moers Radfahrkurse für Erwachsene anbietet und dem Rheinberger Kurs Tretroller und Laufräder in der Erwachsenenversion ausleiht. „Wir haben bei Herrn Vorländer im Juni in einem seiner Kurse hospitiert und viele Anregungen zur Durchführung unseres Fahrradkurses mitnehmen können." sagt Birgit Kraemer.


Neben praktischen Übungen stehen auch Stunden zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr auf dem Plan. Genau wie in der Fahrschule werden Vorfahrtsregeln und Verkehrsschilder eingeübt und eine Nachtfahrt demonstriert die Bedeutung der richtigen Fahrradbeleuchtung. Karl-Heinz Lochen von der Fahrradwerkstatt am Melkweg und Arnold Hüsch vom Lastenradprojekt des KlimaTisch e.V. rücken mit Werkzeug an, um mit den Frauen kleinere Reparaturen am Fahrrad durchzuführen. Damit die Teilnehmerinnen nach dem Kurs mit dem Rad mobil sein können, sollen sie zum Kursende ein gebrauchtes Fahrrad erhalten. „Wenn diese Frauen Rad fahren, vergrößert sich ihr Mobilitätsradius und ihre Unabhängigkeit. Mit dem Rad können Arbeitsstellen erreicht werden, die vorher außerhalb der Reichweite lagen; Lebensmitteleinkäufe, Besuch bei Freunden oder einfach körperliche Bewegung als Ausgleich werden vereinfacht. Wenn Frauen radmobil werden, wird Integration erfahrbar." meint Sarah Bernstein. „Um möglichst jede Frau mit einem gebrauchten Fahrrad aus dem Kurs zu entlassen, bitten wir Rheinberger*innen, gebrauchte Fahrräder für den Fahrradkurs zu spenden, möglichst mit niedrigem Rahmen oder tiefem Einstieg. Die Räder können auch defekt sein, die beiden Fahrradmonteure machen sie, gemeinsam mit den Frauen, während des Kurses wieder fit." Spenden - Räder können vormittags bei Birgit Kraemer im Melkweg 5 abgegeben werden.


Zum Ende des Kurses können hoffentlich alle Frauen so sicher und ausdauernd Rad fahren, dass sie bei der von ADFC angebotenen Abschlussradtour rund um Rheinberg mit Picknick mitradeln. Bei erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat und, wenn genügend Räder gespendet werden, auch ein verkehrssicheres Fahrrad. Für die Fahrt in eine gute Zukunft.


Rückfragen und Informationen bei


Birgit Kraemer
„Tuwas" Genossenschaft
Tel. 0176 4599 7440
integration@tuwas-genossenschaft.de

 

Sarah Bernstein

Integrationsfachkraft der Stadt Rheinberg
02843 171-0
sarah.bernstein@rheinberg.de


Klimaschutzmanagement der Stadt Rheinberg
02843 171-498

klimaschutz@rheinberg.de

Kontakt

Frau Bernstein

Telefon: 02843/171-352
E-Mail: sarah.bernstein@rheinberg.de


Stadt Rheinberg
Goldstraße 14
47495 Rheinberg