Rheinberg, natürlich niederrheinisch

Mangelnde Pflege oder kleine Oase?

Pressemeldung vom 18.04.2019

Rheinberg. Auch in diesem Jahr wird es wieder unterschiedliche Meinungen zur Pflege der Wälle oder des Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße geben. Manch einer wird sich fragen, ist der Dienstleistungsbetrieb nicht fertig geworden oder wurde es einfach vergessen? Manch einer ärgert sich über das „ungepflegte" Stadtbild.

 

Wenn man jedoch verweilt und genau hinsieht, wird man sie entdecken: die Wildkräuter, von den meisten auch geringschätzig Unkräuter genannt. Dabei sticht eine Pflanze an den Wällen aufgrund der Menge und der Farbe derzeit besonders hervor: die Rote Taubnessel. Sie ist zwar eine sogenannte Allerweltsart, also eine häufig anzutreffendes Wildkraut, das nicht selten und nicht vom Aussterben bedroht ist. Sie hat jedoch einige wichtige Funktionen in der Natur. Mit einer Blühzeit von Mitte März bis in den späten Herbst ist sie eine wichtige Pollen- und Nektarlieferantin für Bienen und Hummeln gerade in den Zeiten, in denen in den meisten Gärten nicht viel los ist. Sie ist eine einjährige Pflanze und muss aussamen, um im nächsten Jahr wieder zu erscheinen. Sie kann in der Küche verwendet werden und dient als Heilpflanze bei verschiedenen Erkrankungen.

 

Flächen von den ersten Mähgängen auszunehmen hat nichts mit mangelnder Pflege zu tun sondern ist ein aktiver Beitrag zum Insektenschutz. Zumindest ein Teil der Nahrungsgrundlage für viele Insektenarten bleibt erhalten und die verschiedenen Wildkräuter - insbesondere die einjährigen wie die Rote Taubnessel erhalten die Möglichkeit,
einen stabilen Bestand zu gründen