Rheinberg, natürlich niederrheinisch

Solarausbau-Initiative der Metropolregion Ruhr startet Mit dabei sind Hünxe, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Xanten

Pressemeldung vom 24.04.2019

Rheinberg/Niederrhein. Die Solarausbau-Initiative der Metropolregion Ruhr startet im Mai 2019 mit 15 Pilotkommunen. Aus dem Kreisgebiet Wesel mit dabei sind Hünxe, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Xanten. Im Rahmen der Initiative sollen die erheblichen Potenziale für die Nutzung von Sonnenenergie primär auf den Dächern von Wohngebäuden, aber auch von gewerblich genutzten Gebäuden sowie im Bereich von Freiflächen erschlossen werden.

 

Die Priorisierung des Themas Solar hat sich aus dem „Regionalen Klimaschutzkonzept zur Erschließung der Erneuerbaren-Energien-Potentiale in der Metropole Ruhr" ergeben, das der RVR (Regionalverband Ruhr, ein Zusammenschluss von insgesamt 53 Städten und Gemeinden des Ruhrgebietes) zusammen mit seinen Kommunen im Jahr 2016 fertig gestellt hat. Im Ergebnis hat sich eine bis heute nur geringe Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Region gezeigt. Damit besteht auf allen Ebenen dringender Handlungsbedarf, um die Klimaschutzziele der Metropole Ruhr noch erreichen zu können.

 

Nach der Studie zur Nutzung wirtschaftlich erschließbarer erneuerbarer Energien im Metropolegebiet Ruhr kommt dem Thema Solar die größte Bedeutung zu, hier insbesondere die Nutzung vorhandener Dachflächen für die Strom- und Wärmegewinnung, aber auch eine Freiflächennutzung.
Die Leistungsfähigkeit von Photovoltaik-Stromanlagen ist in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegen (mehr Leistung/m²), und die Kosten haben sich in den letzten 15 Jahren um 80% verringert. Außerdem hat sich die Batteriespeichertechnologie positiv entwickelt bei Preisreduzierung, und durch das Forcieren der Elektromobilität entsteht mehr Bedarf nach lokal produziertem Ökostrom. Hieraus ergeben sich deutlich positive Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für die Nutzung der Sonne.

 

Solarausbau-Kampagne mit 15 Pilot-Kommunen
Über einen Zeitraum von 2 Jahren wird in den 15 Kommunen in insgesamt 4 Zeitabschnitten - jeweils Mai bis Juli und Sept. bis Nov. versucht, in einzelnen Quartieren zu informieren und für die Sonnennutzung zu werben. Dabei sollen in verschiedenen Formaten die Bürger*innen angesprochen und sensibilisiert werden.
Der offizielle Kampagnenstart erfolgt am 06. Mai mit einer regionalen Presseerklärung.

 

Vorhandene Anlagen und Potenziale in den Quartieren in Rheinberg
Im Stadtgebiet Rheinberg gibt es zum Jahresende 2018 606 Photovoltaikanlagen (PV) mit einer Leistung von 10.467 kWp, was eine jährliche Stromproduktion von durchschnittlich 9,5 Millionen kWh ergibt. Außerdem sind 461 Solarthermische Anlagen mit zusammen 3.672 m² Fläche installiert, die jährlich zusammen ca. 1,46 Millionen kWh Wärme produzieren.
Allerdings werden damit bisher nur knapp 7% der Potenziale ausgeschöpft.
In Rheinberg soll im Rahmen der Kampagne in den 3 Quartieren Annaberg, Budberg und Rheinberg-Mitte für mehr Sonnennutzung geworben werden.
In Annaberg gibt es aktuell 30 PV-Anlagen und 38 Solaranlagen. Das PV-Potenzial wurde mit 8.500 kWp berechnet. In Budberg gibt es 50 x PV und 46 x solarthermie, das Potenzial beläuft sich auf 10.200 kWp. Und in Mitte gibt es derzeit 87 x PV und 69x Solar, bei einem Potenzial von 21.200 kWp.

 

Termine Quartiersspaziergänge
In Rheinberg soll die Kampagne mit Straßenschildern in den 3 Quartieren beworben werden. Wesentliches Element der Kampagne stellen die sog. Quartiersspaziergänge dar, die jeweils pro Kampagnenteil in allen 3 Quartieren als ca. einstündiger Abendspaziergang angeboten werden. Je 3 bis 4 Eigentümer*innen von Solar- und/oder PV-Anlagen sowie Energieberater und Solarfachleute stehen für Auskünfte und Diskussion zur Verfügung. Die Teilnahme am Spaziergang ist kostenlos.
In Budberg findet der Spaziergang am 15. Mai statt, Treffpunkt ist 19 Uhr im Bereich der Landfrauenstr. 43 (Neubaugebiet). In Annaberg wird der Spaziergang am 04. Juni ab 19 Uhr angeboten, und in Rheinberg-Mitte am 02. Juli ab 19 Uhr.
Im Rahmen der Kampagne wird in Rheinberg kostenlose Solarberatung angeboten, darüber hinaus möchte der KlimaTisch Rheinberg auch die Umsetzungsbegleitung unterstützen; denn leider ergeben sich durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen einige Hindernisse bei der Realisierung.

 

Solarkataster auf kommunaler, regionaler und Landesebene
Um sich grundsätzlich über die Eignung eines Hausdaches für die solare Nutzung informieren zu können, aber auch zur Vermittlung von rechtlichen Rahmenbedingungen und der aktuellen Wirtschaftlichkeit gibt es die kommunalen Solarkataster. Für Rheinberg gibt es das Kataster seit 2011 - http://rheinberg.publicsolar.de/app_rheinberg/
Auch für das gesamte RVR-Gebiet und das Land NRW gibt es seit 2018 ein Solarkataster - www.solarkataster.nrw.de

 

Kampagne „Sonne im Tank" der Verbraucherzentrale NRW
Unterstützung erfährt die Solarkampagne durch die Kampagne Sonne im Tank der VZ NRW. Speziell soll hier der Fokus auf Elektromobilität in Verbindung mit Batteriespeicher und Photovoltaik gelegt werden. Die VZ NRW bietet hierzu in nahezu jeder Kommune eine Infoveranstaltung an, in Rheinberg voraussichtlich Ende Juni. Davor wird es in den Nachbarkommunen Veranstaltungen geben: Am 21.05. in Alpen, 28.05. Kamp-Lintfort, 04.06. Xanten und 05.06. Moers.

 

Weitere Informationen zur Solarkampagne in Rheinberg gibt es unter 02843/171-498 und -493.