Rheinberg, natürlich niederrheinisch

Global Nachhaltige Kommune

Eine Nachhaltigkeitsstrategie für Rheinberg – warum?

Der fortschreitende Klimawandel mit Dürren und Starkregen, der Verlust biologischer Vielfalt, die Pandemie sowie soziale Ungleichheiten sind aktuelle Beispiele für sich zuspitzende ökologische und soziale Herausforderungen.

 

Mit der Erarbeitung einer integrierten Nachhaltigkeitsstrategie will die Stadt Rheinberg nun konkrete Ziele und Maßnahmen entwickeln, um sich widerstands- und zukunftsfähig auszurichten.

 

Der entsprechende politische Beschluss ist bereits Ende 2019 einstimmig im Rat der Stadt Rheinberg gefasst worden. Nun steht mit der Einbettung in das Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ eine professionelle wissenschaftliche Begleitung und Förderung diesem Prozess zur Seite.


 „Global Nachhaltige Kommune NRW“ – was ist das?

GNK LogoSeit 2016 haben bereits 30 Kommunen Nachhaltigkeitsstrategien im Rahmen des Projektes „Global Nachhaltige Kommune NRW“ entwickelt. Die teilnehmenden Kommunen erarbeiten ihre Strategien dabei im Kontext der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die 2015 im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet wurden. Auch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sowie die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie werden berücksichtigt.

 

Durchgeführt wird das Projekt von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW). Gefördert wird es durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Nun ist die dritte Laufzeit des Projekts gestartet, die von April 2021 bis Ende 2022 läuft.

 

https://www.lag21.de/projekte/details/global-nachhaltige-kommune/

Globale Nachhaltigkeitsziele

Globale Nachhaltigkeitsziele [Quelle: LAG 21]


„Global Nachhaltige Kommune NRW“ (GNK) in Rheinberg

GNK Logo 4z WEBDie Stadt Rheinberg war mit ihrer Bewerbung für die dritte Projektlaufzeit von GNK erfolgreich. Sie ist eine von sechs ausgewählten Modellkommunen, die aktuell bei der Entwicklung von individuellen Nachhaltigkeitsstrategien begleitet werden. Neben Rietberg, als weiteres Mittelzentrum, nehmen ebenfalls die beiden Großstädte Bochum und Wuppertal sowie die Landkreise Heinsberg                                                                                       und Recklinghausen teil.

 

 

39 Modellkommunen / Landkreise (2016-2022) [Quelle: LAG 21]

 

 

39 Modellkommunen / Landkreise (2016-2022) [Quelle: LAG 21]

 

Die Erarbeitung der Strategien erfolgt von Grund auf partizipativ und kooperativ. Im Rahmen einer Steuerungsgruppe mit ca. 45 Personen aus Verwaltung, Politik, Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur werden verschiedene kommunale Akteure und Multiplikatoren eingebunden.

 

In Rheinberg ist es gelungen, Menschen aus möglichst vielen Ortsteilen zu gewinnen. Die Anzahl an weiblichen und männlichen Mitwirkenden ist annähernd ausgeglichen. Zudem sind durch die Teilnahme der Seniorenvertretung, aber auch von Schüler*innen aus den beiden weiterführenden Schulen, viele Generationen in den Erarbeitungsprozess einbezogen.

 

Die Steuerungsgruppe entwickelt bis Ende 2022 in fünf Sitzungen ein integriertes Handlungsprogramm mit Leitlinien, strategischen und operativen Zielen sowie konkreten Maßnahmen. Die Basis hierfür bildet eine Bestandsaufnahme, die bestehende Strategien und Konzepte der Stadt Rheinberg sowie aktuelle Entwicklungen mittels quantitativer Indikatoren analysiert. Alle Inhalte werden gemeinsam von allen Beteiligten beschlossen, um Synergien zu fördern und eine Akzeptanz der Ergebnisse sicherzustellen. Zwischen den Sitzungen werden die Inhalte von einem verwaltungsinternen Kernteam aufbereitet. Am Projektende steht die Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie durch die politischen Gremien.

 

5 Sitzungen der Steuerungsgruppe

Die fünf Sitzungen der Steuerungsgruppe [Quelle: LAG 21]

 

Der GNK-Prozess ist als kontinuierlicher Verbesserungsprozess aufgebaut. Neben der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie für Rheinberg werden auch Verabredungen zu deren Monitoring, Bewertung und Fortschreibung getroffen. So soll sich die Nachhaltigkeitsstrategie langfristig und unter ständiger Anpassung und Verbesserung in der Entwicklung Rheinbergs verankern.

 

                                                              KVP [Quelle: LAG 21]

 

Der GNK-Prozess als Kreislauf [Quelle: LAG 21]

 

 

Auswahl der Handlungsfelder in Rheinberg

Für die Arbeit auf kommunaler Ebene sind die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele in zehn kommunale Handlungsfelder übersetzt worden. Jedes Handlungsfeld beinhaltet jedoch mehrere der übergeordneten Nachhaltigkeitsziele (bunte Tortenstücke).

 

Die zehn möglichen Handlungsfelder im GNK-Prozess [Quelle: LAG 21]

 

Die zehn möglichen Handlungsfelder im GNK-Prozess [Quelle: LAG 21]

 

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe haben sich in ihrer ersten Sitzung im September 2021 zunächst für die Erarbeitung von sechs Handlungsfeldern ausgesprochen. Die Handlungsfelder „Globale Verantwortung & Eine Welt“ und „Nachhaltige Verwaltung“ wurden im Vorhinein durch den Fördergeber bzw. das verwaltungsinterne Kernteam gesetzt. Andere Handlungsfelder sind mit Hinweis auf bereits laufende Prozesse unberücksichtigt geblieben. Dies betrifft z.B. das Thema Mobilität, das derzeit durch ein aktuelles Mobilitätskonzept bereits intensiv bearbeitet wird.

 

 

Ausgewählte Handlungsfelder [Quelle: LAG 21] 

 

Ausgewählte Handlungsfelder für Rheinberg [Quelle: LAG 21]

 

Stadtweite Online-Umfrage zu positiven Zukunftsvisionen in Rheinberg

Plakat zur Umfrage - Quelle - Stadt RheinbergDie Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Rheinberg hat nicht nur den Anspruch, über die Steuerungsgruppe Rheinberger Akteur*innen in den Arbeitsprozess einzubeziehen, es sollen sich möglichst alle Menschen, die mit Rheinberg Berührungspunkte haben, einbringen können. So ist im November und Dezember 2021 eine stadtweite Online-Umfrage durchgeführt worden. Es wurde darum gebeten, positive Zukunftsbilder in den sechs zu bearbeitenden Handlungsfeldern zu beschreiben. Die zahlreichen Rückläufe wurden durch die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW, als wissenschaftliche Begleitung des Prozesses, ausgewertet und für die Sitzung der Steuerungsgruppe Mitte Januar 2022 aufbereitet. Die Ideen und Impulse bilden damit die Grundlage für Leitlinien und strategische Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie in Rheinberg.

 

Leitlinien der Nachhaltigkeitsstrategie
2. Sitzung der Steuerungsgruppe

Die 2. Sitzung der Steuerungsgruppe fand Mitte Januar 2022 situationsbedingt im digitalen Raum statt und hatte erneut über 40 Teilnehmende. Gemeinsam wurde am Wortlaut der sechs Leitlinien für die Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet. Grundlage bildeten die über 70 Impulse der Online-Befragung zu positiven Zukunftsbildern in Rheinberg.

Plakat zur Umfrage [Quelle: Stadt Rheinberg]

 

Erarbeitung der strategischen Ziele und weiteres Vorgehen

Wie die Diskussion zu den Leitlinien muss auch die Erarbeitung der strategischen Ziele digital erfolgen. Derzeit arbeiten die Mitglieder der Steuerungsgruppe an der Formulierung von strategischen Zielen, die sich aus den Leitlinien der sechs Handlungsfelder ableiten. Es ist vorgesehen, dass die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW, als wissenschaftliche Begleitung des Prozesses, die Beiträge auswertet und für die 3. Sitzung der Steuerungsgruppe Ende Mai 2022 aufbereitet. An diesem Termin ist auch die Erarbeitung der operativen Ziele vorgesehen, was dann hoffentlich gemeinsam in der Stadthalle und den angrenzenden Räumlichkeiten passieren kann. Die Erarbeitung von konkreten Maßnahmen erfolgt dann im Sommer. Die Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Rheinberg durch den Rat der Stadt ist für Ende des Jahres 2022 vorgesehen.

 

Globales Anliegen – Rheinberger Strategie

Nachhaltigkeitsstrategien werden derzeit in vielen Kommunen und Kreisen erarbeitet bzw. fortgeschrieben. In vielen Gebietskörperschaften sind die Herausforderungen und Zielsetzungen ähnlich gelagert. Um dem Rheinberger Prozess eine persönliche Note zu geben, wurden die sechs Handlungsfelder, an denen gearbeitet wird, mit Rheinberger Bezug gezeichnet.

 

Zu den handgezeichneten Illustrationen der Handlungsfelder für Rheinberg sind Stichworte genannt, die ihre Inhalte näher beschreiben.

 

 

Lebenslanges Lernen

  • kulturelle Förderung und Potenziale nutzen
  • Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit, Beteiligung, Austausch und (generationenübergreifender)
  • Zugang zu AngebotenBildungsinfrastruktur: Ausstattung und Vernetzung der Akteur*innen

Soziale Gerechtigkeit und Zukunftsfähige Gesellschaft

  • sozialer Zusammenhalt, Zugang zu Informationen und Angeboten & Engagement
  • Prävention, „Leave no one behind!“, Blick auf soziale Brennpunkte und Segregation vermeiden
  • inklusiver Arbeitsmarkt, berufliche Chancengleichheit und keine Diskriminierung

Globale Verantwortung und eine Welt

  • Beteiligung, Aufklärung und Sensibilisierung
  • Projekte und Partnerschaften weltweit
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • Konsumvermeidung, Abfallreduktion, Lieferketten und Kreislaufwirtschaft

Klimaschutz und Energie

  • erneuerbare Energien (Strom & Wärme) und Nachhaltigkeit im Gebäudesektor
  • ressourcenschonende und innovative Mobilitätsangebote und –nutzung, ÖPNV und alternative Antriebe
  • Energieeinsparung, Ressourceneffizienz (Recycling statt Auskiesung), Ernährung und Konsum
  • Biodiversität und Klimafolgenanpassung

Wohnen und Nachhaltige Quartiere

  • Wohnraum: bezahlbar und an Bedürfnisse angepasst
  • Ausgestaltung der Quartiere, Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts, innovative Stadtentwicklung und Gesundheitsförderung im Quartier
  • Rahmenbedingungen nachhaltiger Mobilitätsinfrastruktur in den Stadtteilen: Straßenraumgestaltung, bessere Erreichbarkeit und digitale Fahrplanauskunft
  • digitale Infrastruktur in den Ortsteilen: Breitbandausbau, öffentliches WLAN und Mobilfunkausbau

Nachhaltige Verwaltung

  • Nachhaltigkeitsmanagement innerhalb der Verwaltung und Haushaltsplanung
  • Beteiligung und Kooperation, unterstützt durch digitale Formate
  • Beschaffung und Vergabe
  • Mitarbeitendenmobilität
  • Digitale Transformation der Verwaltung

Kontakt

Frau Helmich

Telefon: 02843/171-403
E-Mail: sonja.helmich@rheinberg.de

Herr Harnack

Telefon: 02843/171-493
E-Mail: jens.harnack@rheinberg.de


Stadt Rheinberg
Kirchplatz 10
47495 Rheinberg